Die Estrichsanierung im Altbau gehört zu den anspruchsvollsten Aufgaben im Estrichbau. In München mit seinem reichen Bestand an Gründerzeitbauten, Jugendstilhäusern und Nachkriegsgebäuden begegnen wir täglich den besonderen Herausforderungen der Altbausanierung – von Schwabing bis Sendling, von Haidhausen bis Neuhausen.
Typische Herausforderungen im Altbau
Die größte Herausforderung ist meist die begrenzte Aufbauhöhe. In vielen Münchner Altbauten beträgt die verfügbare Höhe zwischen Rohdecke und Türschwelle nur 60-80 mm. Ein moderner schwimmender Estrich mit Wärme- und Trittschalldämmung benötigt aber mindestens 100 mm. Hinzu kommen unebene Rohdecken, alte Holzbalkendecken mit eingeschränkter Tragfähigkeit und oft überraschende Befunde wie Leitungen, Schlacke oder historische Materialien.
Bestandsaufnahme: Der erste Schritt
Vor jeder Sanierung steht eine gründliche Bestandsaufnahme. Wir prüfen den vorhandenen Estrich auf Tragfähigkeit, Feuchtigkeit und Schadstoffe. In Gebäuden vor 1990 muss besonders auf Asbest geachtet werden – asbesthaltiger Estrich war bis in die 1980er-Jahre verbreitet. Eine Schadstoffprüfung kostet etwa 200-400 Euro und ist in jedem Fall empfehlenswert.
Lösungen für begrenzte Aufbauhöhe
Wenn die verfügbare Aufbauhöhe nicht für einen konventionellen Aufbau reicht, gibt es mehrere Lösungsansätze. Dünnschichtestrich mit nur 25-35 mm Stärke kann auf einer dünnen Trittschalldämmung verlegt werden. Trockenestrich-Systeme mit Gipsfaserplatten bieten eine Aufbauhöhe ab nur 30 mm inklusive Dämmung. Fließestrich kann dünner eingebaut werden als konventioneller Estrich und füllt Unebenheiten automatisch aus.
Estrich auf Holzbalkendecken
In vielen Münchner Altbauten finden sich noch Holzbalkendecken. Diese erfordern besondere Maßnahmen: Die Tragfähigkeit muss von einem Statiker geprüft werden, das Gewicht des neuen Estrichs darf die zulässige Last nicht überschreiten, Trockenestrich ist oft die bessere Wahl als Nassestrich, und eine Entkopplung von der Holzdecke ist für den Schallschutz unerlässlich.
Schallschutz im Altbau nachrüsten
Der Schallschutz in Altbauten entspricht selten den heutigen Anforderungen. Bei einer Estrichsanierung ist dies die ideale Gelegenheit, den Trittschallschutz zu verbessern. Bereits eine 20 mm starke Trittschalldämmung unter dem Estrich kann den Trittschall um 20-25 dB reduzieren. In Münchner Mehrfamilienhäusern ist dies besonders wichtig für ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn.
Kosten der Altbausanierung
Die Kosten für eine Estrichsanierung im Altbau liegen in München typischerweise bei 50-100 Euro pro Quadratmeter für den Estrich inklusive Dämmung. Hinzu kommen Kosten für den Rückbau des alten Estrichs (15-30 Euro pro Quadratmeter), die Entsorgung (10-25 Euro pro Quadratmeter, bei Schadstoffen deutlich mehr), eventuell nötige Ausgleichsarbeiten und die Schadstoffprüfung. Ein typisches 80-Quadratmeter-Altbauprojekt in München kostet für die komplette Estrichsanierung zwischen 8.000 und 15.000 Euro.
Genehmigungen und Auflagen
Bei denkmalgeschützten Gebäuden – in München gibt es davon besonders viele – können Auflagen hinsichtlich der verwendeten Materialien und Techniken gelten. Klären Sie dies frühzeitig mit der Unteren Denkmalschutzbehörde. Auch Veränderungen am Fußbodenaufbau in Eigentumswohnungen bedürfen oft der Zustimmung der Eigentümergemeinschaft.
Eine Altbausanierung erfordert Erfahrung, Flexibilität und die Bereitschaft, vor Ort kreative Lösungen zu finden. Jedes Gebäude ist anders, und Standardlösungen funktionieren selten.

