Ein fachgerecht aufgebauter Estrich ist die Grundlage für jeden hochwertigen Bodenbelag. Doch der Estrich allein macht noch keinen funktionierenden Fußboden – erst das Zusammenspiel mehrerer Schichten sorgt für Tragfähigkeit, Wärmedämmung, Schallschutz und eine ebene Oberfläche. In diesem Beitrag erklären wir den kompletten Estrichaufbau Schicht für Schicht.
Die Rohdecke als Ausgangspunkt
Alles beginnt mit der Rohdecke – in München typischerweise eine Stahlbetondecke mit einer Stärke von 18 bis 24 cm. Bevor weitere Schichten aufgebracht werden, muss die Rohdecke sauber, tragfähig und frei von losen Teilen sein. In vielen Münchner Altbauten, etwa in Schwabing oder Haidhausen, finden sich noch alte Holzbalkendecken, die besondere Anforderungen an den Aufbau stellen.
**Abdichtung und Dampfsperre:** Auf der Rohdecke wird bei Bedarf eine Abdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit verlegt. Im Erdgeschoss oder über unbeheizten Kellern ist eine PE-Folie mit mindestens 0,2 mm Stärke als Dampfsperre Pflicht. Die Bahnen müssen mindestens 20 cm überlappen und an den Rändern hochgeführt werden.
Wärme- und Trittschalldämmung
Die Dämmschicht ist ein zentraler Bestandteil des modernen Estrichaufbaus. Sie erfüllt gleich zwei Aufgaben: Wärmedämmung zur Reduzierung von Energieverlusten und Trittschalldämmung zum Schutz der darunterliegenden Räume. Gängige Dämmmaterialien sind EPS (Styropor), XPS (Styrodur), Mineralwolle und Holzfaserplatten. Die Wahl hängt von den Anforderungen ab – in Münchner Neubauten wird häufig eine Kombination aus Wärmedämmung (WLG 035-040) und Trittschalldämmung (mindestens 20 dB Verbesserungsmaß) eingesetzt.
**Randdämmstreifen:** An allen aufgehenden Bauteilen – Wänden, Türzargen, Stützen – werden Randdämmstreifen aus PE-Schaum mit mindestens 8 mm Stärke angebracht. Sie entkoppeln den Estrich von den Wänden und verhindern Schallbrücken. Dieser Schritt wird erstaunlich oft vergessen, führt aber zu erheblichen Problemen.
Die Estrichschicht selbst
Auf die Dämmung kommt eine Trennlage (PE-Folie), die verhindert, dass Feuchtigkeit aus dem frischen Estrich in die Dämmung eindringt. Darauf wird der eigentliche Estrich eingebracht. Die gängigsten Estricharten in München sind Zementestrich (CT) mit 45-65 mm Dicke bei Fußbodenheizung und Calciumsulfatestrich (CA/CAF) mit 35-50 mm Dicke.
Die Mindestdicke des Estrichs richtet sich nach der Nutzungsklasse und der Art des Estrichs. Für Wohnräume in München gilt in der Regel eine Mindestdicke von 45 mm bei Zementestrich über Dämmschicht. Bei Fußbodenheizung muss die Überdeckung über dem Heizrohrscheitel mindestens 45 mm (CT) bzw. 35 mm (CA) betragen.
Oberflächenbehandlung und Bodenbelag
Nach der Trocknung und dem Erreichen der Belegreife wird der Estrich für den Bodenbelag vorbereitet. Dazu gehört das Schleifen von Unebenheiten, das Grundieren der Oberfläche und bei Bedarf eine Ausgleichsschicht mit Nivelliermasse. Erst dann kann der eigentliche Bodenbelag – ob Fliesen, Parkett, Vinyl oder Teppich – fachgerecht verlegt werden.
Der gesamte Aufbau kann je nach Anforderung zwischen 8 und 20 cm Höhe beanspruchen. In Münchner Altbauten mit begrenzter Aufbauhöhe ist dies oft eine besondere Herausforderung, die sorgfältige Planung erfordert.

