Bevor ein Bodenbelag auf Estrich verlegt werden darf, muss die Restfeuchte geprüft werden. Die CM-Methode (Calciumcarbid-Methode) ist das einzige anerkannte Verfahren zur exakten Bestimmung der Estrichfeuchte. In München verlangen alle seriösen Bodenleger eine CM-Messung vor Beginn ihrer Arbeit.
Was ist die CM-Methode?
Die CM-Methode misst den Feuchtegehalt einer Estrichprobe mit Hilfe von Calciumcarbid. Das Verfahren ist in der Fachrichtlinie des Bundesverbands Estrich und Belag (BEB) beschrieben und gilt als Standardverfahren. Es ist die einzige Methode, deren Grenzwerte verbindlich in Normen und Richtlinien festgelegt sind.
So funktioniert die Messung
An mehreren repräsentativen Stellen im Raum werden Estrichproben entnommen. Pro 200 Quadratmeter ist mindestens eine Messstelle erforderlich, bei kleineren Flächen mindestens drei Stellen. Die Proben werden über die gesamte Estrichdicke genommen – nicht nur von der Oberfläche. Die zerkleinerte Probe wird in eine Stahlflasche gegeben, zusammen mit einer Calciumcarbid-Ampulle und Stahlkugeln.
Die Flasche wird verschlossen und kräftig geschüttelt. Das Calciumcarbid reagiert mit dem Wasser in der Probe und bildet Acetylengas. Der entstehende Gasdruck wird am Manometer abgelesen und ergibt den Feuchtegehalt in CM-Prozent.
Grenzwerte für die Belegreife
Die maximal zulässigen Feuchtegehaltswerte sind klar definiert. Für Zementestrich ohne Fußbodenheizung liegt der Grenzwert bei 2,0 CM-Prozent, mit Fußbodenheizung bei 1,8 CM-Prozent. Für Calciumsulfatestrich ohne Fußbodenheizung gilt 0,5 CM-Prozent, mit Fußbodenheizung 0,3 CM-Prozent. Diese Werte müssen eingehalten werden, bevor ein feuchtigkeitsempfindlicher Bodenbelag verlegt werden darf.
Warum reichen elektronische Messgeräte nicht aus?
Elektronische Feuchtigkeitsmessgeräte sind als Orientierungshilfe nützlich, aber nicht ausreichend für eine verbindliche Beurteilung. Sie messen nur die oberflächennahe Feuchte und können durch Salze, Bewehrungsstahl oder unterschiedliche Estrichzusammensetzungen verfälscht werden. Im Streitfall – etwa bei Feuchteschäden unter dem Bodenbelag – wird immer die CM-Messung als Referenz herangezogen.
Häufige Fehler bei der Feuchtemessung
Probe nur von der Oberfläche nehmen – die Feuchte im Kern kann deutlich höher sein. Messung bei zu hoher Raumtemperatur kann niedrigere Werte vortäuschen. Zu wenige Messstellen erfassen nicht die gesamte Fläche. Messung ohne vorheriges Aufheizprotokoll bei Fußbodenheizung ist wenig aussagekräftig. Fehlende Dokumentation führt im Schadensfall zu Beweisproblemen.
Die CM-Messung im Bauablauf
In einem typischen Münchner Bauvorhaben sieht der Ablauf so aus: Der Estrich wird eingebracht und erhält seine Trocknungszeit. Bei Fußbodenheizung wird das Aufheizprotokoll durchgeführt. Danach erfolgt die CM-Messung durch den Estrichleger oder einen unabhängigen Gutachter. Erst nach Unterschreitung der Grenzwerte darf der Bodenleger seine Arbeit aufnehmen. Das Ergebnis wird schriftlich dokumentiert.
Eine CM-Messung kostet in München typischerweise 150-300 Euro – eine verschwindend geringe Investition verglichen mit den möglichen Folgeschäden durch zu feuchten Estrich.

