Ein korrekt geplantes Gefälle im Bad ist entscheidend für die sichere Entwässerung und den Schutz vor Wasserschäden. Besonders in bodengleichen Duschen – die in Münchner Neubauten und Badsanierungen immer beliebter werden – ist die fachgerechte Gefälleplanung eine Herausforderung für den Estrichleger.
Warum ist das Gefälle so wichtig?
Stehendes Wasser im Bad führt zu Rutschgefahr, Kalkablagerungen, Schimmelbildung und langfristig zu Feuchtigkeitsschäden in der Bausubstanz. Ein korrektes Gefälle sorgt dafür, dass Wasser zuverlässig zum Ablauf fließt. In Münchner Mehrfamilienhäusern kann ein Wasserschaden durch fehlendes Gefälle schnell zu Schäden in den darunterliegenden Wohnungen führen.
Normvorgaben für das Gefälle
Die DIN 18534 (Abdichtung in Innenräumen) und die Fachregeln des ZDB geben klare Vorgaben. Im Duschbereich ist ein Mindestgefälle von 1,5 Prozent zum Ablauf empfohlen – das entspricht 1,5 cm pro Meter. Im restlichen Bad reichen 0,5 bis 1 Prozent Gefälle. Bei Linienabläufen (Duschrinnen) muss das Gefälle gleichmäßig über die gesamte Breite angelegt werden.
Gefälle-Estrich in der Praxis
Der Gefälleestrich wird vom Estrichleger mit einem exakt berechneten Höhenunterschied eingebaut. Bei einer Duschfläche von 1 x 1 Meter und einem Punktablauf in der Mitte beträgt der Höhenunterschied vom Rand zur Mitte etwa 1,5 cm. Bei einer bodengleichen Dusche mit 1,5 x 1 Meter und einer Duschrinne an der Wand muss das Gefälle von der gegenüberliegenden Seite gleichmäßig über 1,5 Meter abfallen.
Bodengleiche Duschen: Besondere Herausforderung
Bodengleiche Duschen erfordern eine präzise Abstimmung zwischen Estrichleger, Fliesenleger und Sanitärinstallateur. Der Ablauf muss in der richtigen Höhe sitzen, das Gefälle muss exakt stimmen, und die Abdichtung muss lückenlos sein. In vielen Münchner Altbauten, etwa in Bogenhausen oder Neuhausen, ist der Einbau einer bodengleichen Dusche eine echte Herausforderung, da die Aufbauhöhe begrenzt ist und der Abfluss oft nicht tief genug sitzt.
Abdichtung und Gefälle zusammen planen
Das Gefälle und die Abdichtung müssen als System geplant werden. Unter den Fliesen muss eine normgerechte Abdichtung nach DIN 18534 vorhanden sein, die das Wasser zum Ablauf leitet. Die Abdichtung wird als flüssige Folie oder als Bahnenabdichtung auf den Gefälleestrich aufgebracht und an den Ablauf angeschlossen. Undichte Stellen an dieser Schnittstelle sind die häufigste Ursache für Wasserschäden im Bad.
Materialien für den Gefälleestrich
Im Bad wird typischerweise Zementestrich verwendet, da er feuchtigkeitsbeständig ist. Anhydritestrich ist für Nassbereiche nicht geeignet, da er bei dauerhafter Feuchtigkeitsbelastung aufquillt. Alternativ können vorgefertigte Gefälleplatten aus Hartschaum eingesetzt werden, die den Gefälleestrich ersetzen und die Aufbauhöhe reduzieren.
Ein sauber geplantes und ausgeführtes Gefälle im Bad ist keine optionale Verbesserung, sondern ein Muss für jeden schadenfreien Badezimmerboden.

