Der Keller stellt besondere Anforderungen an den Estrich. Feuchtigkeit aus dem Erdreich, fehlendes Tageslicht und oft unzureichende Belüftung machen den Kellerestrich zu einer technischen Herausforderung. In München, wo viele Gebäude in Gebieten mit hohem Grundwasserspiegel stehen – etwa in den Isarauen oder in Bogenhausen –, ist die fachgerechte Abdichtung besonders wichtig.
Feuchtigkeitsquellen im Keller
Feuchtigkeit kann aus verschiedenen Richtungen in den Keller eindringen. Aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Erdreich dringt durch die Bodenplatte kapillar nach oben. Seitlich eindringendes Wasser kommt durch die Kellerwände, besonders bei fehlendem oder defektem Außenputz. Kondenswasser entsteht, wenn warme Luft auf kalte Kellerwände oder -böden trifft. Drückendes Grundwasser kann bei hohem Grundwasserspiegel durch Risse und Fugen eindringen.
Abdichtung nach DIN 18533
Die DIN 18533 regelt die Abdichtung von erdberührten Bauteilen. Sie unterscheidet verschiedene Wassereinwirkungsklassen, die die erforderliche Abdichtung bestimmen. In München muss die Wassereinwirkungsklasse standortspezifisch ermittelt werden – der Grundwasserspiegel kann je nach Stadtteil stark variieren. In Bereichen nahe der Isar ist besondere Vorsicht geboten.
Der richtige Estrichaufbau im Keller
Auf der Bodenplatte wird zunächst eine Abdichtung gegen aufsteigende Feuchtigkeit aufgebracht – als Bitumenbahn, flüssige Abdichtung oder PE-Folie. Darüber kommt eine Wärmedämmung, die für Keller feuchtigkeitsbeständig sein muss (XPS oder Schaumglas). Auf der Dämmung wird eine Trennlage verlegt, und darauf der Estrich. Für Keller empfehlen wir ausschließlich Zementestrich, da er feuchtigkeitsunempfindlich ist.
Kellerräume als Wohnraum nutzen
In München werden Kellerräume immer häufiger als Wohnraum, Homeoffice oder Fitnessraum genutzt. Dies stellt erhöhte Anforderungen an den Estrichaufbau. Die Dämmung muss den GEG-Anforderungen entsprechen, der Schallschutz muss beachtet werden, und die Abdichtung muss absolut zuverlässig sein. Auch eine Fußbodenheizung kann im Keller sinnvoll sein, um die gefühlte Fußkälte zu eliminieren.
Sanierung feuchter Kellerestrich
Bei bestehenden Kellern mit Feuchtigkeitsproblemen gibt es verschiedene Sanierungsansätze. Horizontalsperre nachträglich einbauen durch Injektionsverfahren oder Mauersägeverfahren. Innendichtung als Alternative, wenn eine Außenabdichtung nicht möglich ist. Drainage rund um das Gebäude verbessern, um Stauwasser vom Keller fernzuhalten. Entfeuchtungssysteme installieren, die die relative Luftfeuchtigkeit kontrollieren.
Kosten für Kellerestrich
Die Kosten für einen fachgerechten Kellerestrich in München liegen bei 60-100 Euro pro Quadratmeter inklusive Abdichtung und Dämmung. Bei Sanierungen mit Feuchtigkeitsproblemen können die Kosten deutlich höher liegen, da zuerst die Ursache der Feuchtigkeit beseitigt werden muss. Eine Horizontalsperre per Injektionsverfahren kostet zusätzlich 80-150 Euro pro laufenden Meter Wandlänge.
Typische Fehler beim Kellerestrich
Keine Abdichtung auf der Bodenplatte vorsehen, weil der Keller 'trocken' erscheint. Feuchtigkeitsempfindliche Dämmmaterialien wie EPS verwenden, die bei Feuchtigkeit ihre Dämmwirkung verlieren. Anhydritestrich im Keller einbauen, obwohl er feuchtigkeitsempfindlich ist. Unzureichende Belüftung während der Trocknungsphase, die zu Schimmelbildung führt.
Ein trockener Keller beginnt mit der richtigen Planung – und der Estrich spielt dabei eine zentrale Rolle.

