Die Kombination aus Wärmepumpe und Fußbodenheizung gilt als das Heizsystem der Zukunft. In Münchner Neubauten ist diese Kombination bereits Standard, und auch bei Sanierungen wird sie immer häufiger eingesetzt. Der Estrich spielt dabei eine entscheidende Rolle für die Effizienz des Gesamtsystems.
Warum passen Wärmepumpe und Fußbodenheizung so gut zusammen?
Wärmepumpen arbeiten umso effizienter, je niedriger die Vorlauftemperatur ist. Fußbodenheizungen benötigen dank ihrer großen Übertragungsfläche nur niedrige Vorlauftemperaturen von 30-35 Grad Celsius – ideal für Wärmepumpen. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe steigt mit niedrigerer Vorlauftemperatur, was direkt die Heizkosten senkt. In München, wo Strom für Wärmepumpen einen erheblichen Kostenfaktor darstellt, ist die Effizienz besonders wichtig.
Der optimale Estrich für dieses System
Für die Kombination Wärmepumpe/Fußbodenheizung ist ein Estrich mit hoher Wärmeleitfähigkeit ideal. Calciumsulfat-Fließestrich (CAF) bietet eine um etwa 15-20 Prozent bessere Wärmeleitfähigkeit als Zementestrich. Dadurch kann die Vorlauftemperatur weiter gesenkt werden, was die Effizienz der Wärmepumpe zusätzlich steigert. Die Reaktionszeit der Fußbodenheizung verbessert sich ebenfalls.
Estrichdicke und Wärmeleitfähigkeit optimieren
Die Estrichdicke über den Heizrohren beeinflusst die Wärmeübertragung direkt. Je dünner der Estrich über den Rohren, desto schneller und effizienter wird die Wärme an den Raum abgegeben. Calciumsulfatestrich kann mit nur 35 mm Überdeckung über dem Rohrscheitel ausgeführt werden, während Zementestrich mindestens 45 mm benötigt. Diese 10 mm Unterschied machen in der Praxis einen spürbaren Effizienzunterschied.
Die richtige Dämmung unter der Fußbodenheizung
Die Wärmedämmung unter den Heizrohren ist mindestens so wichtig wie der Estrich darüber. Sie verhindert, dass die Heizwärme nach unten in die Rohdecke oder den Keller abstrahlt. Für die Kombination mit Wärmepumpe empfehlen wir eine Dämmung mit einem Wärmeleitwiderstand von mindestens 0,75 m²K/W über beheizten Räumen und 1,25 m²K/W über unbeheizten Bereichen.
Systemtemperaturen abstimmen
Die Vorlauftemperatur der Wärmepumpe und die Auslegung der Fußbodenheizung müssen aufeinander abgestimmt sein. Bei einer gut gedämmten Münchner Neubau-Wohnung reichen Vorlauftemperaturen von 30-35 Grad Celsius für eine behagliche Raumtemperatur von 22 Grad. Der Estrich muss für diese niedrigen Temperaturen geeignet sein und darf keine zu dicke Überdeckung über den Rohren haben.
Aufheizprotokoll bei Wärmepumpe
Das Aufheizprotokoll muss auf die Wärmepumpe abgestimmt werden. Viele Wärmepumpen können die für das Aufheizprotokoll erforderlichen hohen Vorlauftemperaturen von 45-55 Grad Celsius nicht alleine erzeugen. In diesem Fall muss ein zusätzlicher Heizstab zugeschaltet oder die maximale Vorlauftemperatur der Wärmepumpe genutzt werden. Klären Sie dies vorab mit Ihrem Heizungsbauer.
Estrich als Wärmespeicher nutzen
Ein großer Vorteil der Kombination ist die Speicherfähigkeit des Estrichs. Der Estrich kann als thermischer Puffer genutzt werden: Die Wärmepumpe heizt den Estrich bei günstigem Stromtarif auf, und der Estrich gibt die gespeicherte Wärme über Stunden gleichmäßig ab. Bei einem 100 Quadratmeter großen Estrich mit 60 mm Dicke können so 3-5 kWh Wärme gespeichert werden.
Die richtige Abstimmung von Wärmepumpe, Fußbodenheizung und Estrich ist ein System – alle Komponenten müssen zusammenspielen.

