Gussasphaltestrich (AS) ist eine besondere Estrichart, die im Vergleich zu Zement- oder Anhydritestrich deutlich seltener eingesetzt wird, aber für bestimmte Anwendungen die beste Lösung darstellt. In München findet er vor allem in Gewerbeimmobilien, Parkhäusern und bei speziellen Anforderungen Verwendung.
Was ist Gussasphaltestrich?
Gussasphaltestrich besteht aus einer Mischung von Bitumen, Gesteinsmehl und Splitt, die bei etwa 230 Grad Celsius heiß eingebaut wird. Beim Abkühlen erstarrt die Masse zu einem dichten, wasserundurchlässigen Belag. Im Gegensatz zu Zementestrich bindet Gussasphalt nicht chemisch ab, sondern erstarrt physikalisch – er kann theoretisch wieder erwärmt und verformt werden.
Vorteile des Gussasphaltestrichs
Gussasphaltestrich bietet einige einzigartige Vorteile. Er ist bereits nach wenigen Stunden belastbar – sobald er auf Raumtemperatur abgekühlt ist, kann er genutzt werden. Er ist von Natur aus wasserdicht und dampfdiffusionsdicht. Er benötigt keine Trocknungszeit, da er kein Wasser enthält. Er ist elastisch und rissunempfindlich. Und er bietet hervorragenden Trittschallschutz.
Typische Einsatzgebiete in München
In München wird Gussasphaltestrich bevorzugt in folgenden Bereichen eingesetzt: In Parkhäusern und Tiefgaragen, da er wasserundurchlässig und tausalzbeständig ist. In Nassräumen wie Großküchen, Schwimmbädern und Wellnessbereichen. Bei der Sanierung, wenn keine Trocknungszeit möglich ist. In Industriebetrieben mit Anforderungen an Chemikalienbeständigkeit. Und auf Dachterrassen als wasserdichter Belag.
Einbau und Verarbeitung
Der heiße Einbau bei 230 Grad erfordert spezielles Know-how und Ausrüstung. Das Material wird in einem beheizten Kessel angeliefert und muss zügig verarbeitet werden. Die Oberfläche wird mit Reibeblechen glattgezogen. Besonderheit: Durch die hohe Einbautemperatur muss die Dämmschicht hitzebeständig sein. EPS-Dämmung schmilzt bei diesen Temperaturen und muss durch eine Holzweichfaserplatte oder Mineralwolle abgedeckt werden.
Kosten und Wirtschaftlichkeit
Gussasphaltestrich ist in der Anschaffung teurer als Zementestrich – etwa 40-60 Euro pro Quadratmeter gegenüber 25-40 Euro. Rechnet man jedoch die eingesparte Trocknungszeit und die sofortige Belastbarkeit ein, kann er bei zeitkritischen Projekten wirtschaftlicher sein. Bei einer Ladensanierung in der Münchner Innenstadt etwa können die eingesparten Miettage die Mehrkosten deutlich übersteigen.
Nachteile und Einschränkungen
Gussasphaltestrich hat auch Grenzen. Er wird bei Hitze weich (ab ca. 60 Grad), weshalb er nicht mit allen Fußbodenheizungssystemen kompatibel ist. Schwere punktuelle Lasten können Eindrücke hinterlassen. Für manche Bodenbeläge ist eine Ausgleichsschicht aus Spachtelmasse nötig. Und der heiße Einbau erfordert besondere Sicherheitsmaßnahmen.
Gussasphaltestrich ist ein Spezialist – und in seinem Anwendungsbereich kaum zu schlagen.

